Koala Bärlis und Leben mit Komplikationen

Leben mit Komplikationen

Manchmal hat man im Leben wohl eine Pechsträhne, eine schlechte Phase oder ist einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Wie auch immer, wenn etwas Unerwartetes passiert, muss man damit irgendwie fertig werden.

Als wir in den Urlaub fuhren, um mit unseren Fahrrädern ein paar schöne Tage am Neusiedler See zu verbringen, waren wir nicht darauf vorbereitet, dass uns unsere Räder gestohlen werden würden. Sie waren alle drei mit einem Schloss zusammen abgeschlossen und hinter verschlossenen Türen im Hof des Weinguts untergebracht, wo wir ein kleines Appartement gemietet hatten. Was für eine böse Überraschung, als wir am nächsten Morgen zu unseren Rädern gehen wollten und diese nicht mehr am abgestellten Ort vorfanden. Statt schöne, unbeschwerte Stunden am See zu verbringen, verbrachten wir nun den Vormittag auf der Polizeiwache. Fassungslosigkeit, Wut und Unverständnis für solche Dreistigkeit vermiesten uns den Urlaub. Ganz abgesehen vom finanziellen Verlust, kommt noch dieses unbehagliche Gefühl dazu, dass man Opfer geworden ist, Opfer eines Diebstahls.

Da ich ein Mensch bin, der immer versucht, nur das Gute in jedem zu sehen, fällt es mir besonders schwer, mit solchen Tatsachen fertig zu werden. Heruntergerissen von meiner Wolke stehe ich nun da und kann an dieser Tatsache nichts mehr ändern. Es gibt ja dieses Sprichwort: Wo Licht ist, ist auch Schatten. Aber auch die besten Weisheiten helfen mir da nicht weiter. Warum tut nur jemand so etwas? Der muss sich doch im Klaren darüber sein, dass er jemanden den ganzen Urlaub vermiest hat! Ich verstehe so etwas nicht und bin noch immer betrübt über diesen Umstand.

Ganz besonders hart traf es unseren Sohn, da er zu Hause auf sein Fahrrad angewiesen ist. Für ihn ist das Fahrrad hier in der Vorstadt das wichtigste Fortbewegungsmittel.

Manch einer von euch wird jetzt meinen, dass das eh die Versicherung zahlt, und dass das Ganze doch alles nicht so schlimm sei. Genau das ist der springende Punkt, denn eine eigene Fahrraddiebstahlversicherung hatten wir nicht abgeschlossen. Und wer jetzt davon ausgeht, dass die Versicherung des Vermieters für den Diebstahl aufkommt – weit gefehlt. Laut Versicherung hätten sich die Räder in einem versperrten Fahrradabstellraum  oder Ähnliches befinden müssen, dann hätte sie ohne Wenn und Aber gezahlt. Da das Weingut aber über so einen Raum überhaupt nicht verfügt, fängt die Streiterei schon an. Und schlimm ist der Verlust für uns schon, da die Räder sehr teuer gewesen sind.

Koala Bärlis

Aber eigentlich wollte ich heute euch etwas ganz anderes erzählen. Ich hoffe, ihr verzeiht meinen Redeschwall. Manchmal tut es einfach gut, sich etwas von der Seele zu schreiben bzw. reden.

Ich habe da mal eine Frage an euch. Vernäht ihr Kinderstoffe auch mal für euch, also für Erwachsene oder eher nicht? Also ich mache das ja regelmäßig, denn viele Kinderstoffe sind einfach so hinreißend, da kann ich gar nicht anders. Ich denke, dass es auch vom Schnittmuster und von weiteren Kombinationen abhängig ist, ob das Endprodukt aus Kinderstoffen auch erwachsenentauglich ist.

Als ich die Koala Bärlis sah, war es um mich geschehen. Die sehen so entzückend aus! Entworfen hat dieses Design Natalie Zart, natürlich für Lillestoff. Dieser Biobaumwolljersey ist so kuschelig und daher natürlich perfekt für Baby- und Kinderkleidung, aber auch perfekt für meinen Rock nach dem Schnittmuster Rapunzel von Firlefanz.

Ein prachtvoller Rock, der durch die abgesteppten Falten ein wunderbares Volumen erhält. Auch wenn es kaum zu sehen ist, die Eingriffstaschen sind aus grünem Bauwolljersey genäht. Ich finde es einfach interessant, wenn ab und an so ein Farbtupfer durchblitzt. Darum habe ich mich auch entschieden, ein grünes Jerseyband für den Bund zu verwenden.

Auch wenn das Nähen der Falten, Taschen und Gürtelschlaufen etwas aufwendiger ist, kann ich diesen Rock nur wärmstens weiterempfehlen. Ein wirklich tolles Schnittmuster mit gut bebilderter Anleitung.

So, ihr Lieben, ich hoffe, ihr verzeiht, das es heute mal nicht nur um Stoffe und Schnittmuster ging. Habt noch einen schönen Abend, bis bald, Janine.

Kurz zusammengefasst

Schnittmuster: Rapunzel von Firlefanz

Stoff: Biobaumwolljersey Koala Bärlis, Design Natalie Zart – wurde mir von Lillestoff gratis zur Verfügung gestellt!

Fotos: Logo Gerl Fotogeschichten Gerl

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Lieblinks-Collage (ab 03.08.2018)

11 Gedanken zu „Koala Bärlis und Leben mit Komplikationen

  1. Liebe Janine,

    das ist hart, was du da schilderst. Offensichtlich wusste jemand, was es da zu holen gab. Die Umstände lassen jedenfalls kaum auf eine Zufallsbegebenheit schließen. Mit Sicherheit macht sich der oder machen sich die Diebe keine Gedanken um ihre Opfer. Ich kann eure Enttäuschung sehr gut verstehen. Versucht, euch nicht zu sehr runter ziehen zu lassen, man lässt euch offensichtlich kaum eine Chance auf Wiedergutmachung.

    Kinderstoffe kann bestimmt nicht jeder tragen. Es muss irgendwie auch zum Typ passen und man muss gewählt kombinieren. Dir gelingt das immer sehr gut. Bei mir hätte ich Schwierigkeiten. Das Lille-Katzen-Design spukt mir ja noch im Kopf herum. Leider hat mein Mann wenig Vorliebe für bunte/gemusterte Stoffe. Da bekäme ich wenig Rückendeckung. Zumindest an dir kann ich die tollen Designs immer und gerne bewundern <3

    LG und gute Wünsche
    Stef

    • Liebe Stef! Danke für deine so lieben Worte. ❤️ Wir versuchen nun das Beste aus der Situation zu machen und haben vorerst mal für unseren Sohn ein neues Rad besorgt. Er braucht es ja auch dringend.
      Ich muss ehrlich gestehen, dass die Meinung meines Mannes für mich kein Gewicht hat. Ich nähe und trage die Sachen, die mir gefallen. Vielleicht solltest du das eine oder andere Projekt einfach mal versuchen … 😉 GlG Janine

    • Ach herrje das tut mir leid. Man kann nichts dafür und hat nur Ärger damit. Und ich schwebe auch immer auf so einer Wolke und komme mit sowas schlecht klar. Dein Outfit gefällt mir sehr. Und ich vernähe ab und zu Susa Stoffe für mich, da kann ich manchmal auch nicht anders. Den Rapunzel hab ich für mich auch schon vernäht. Tolles SM

  2. Liebe Jafi, ich kann Dich und Deinen Ärger nur zu gut nachempfinden. Wir sind im Mai noch keine Woche im Urlaub, da rief unsere Tochter an und erzählte, dass in unserem Haus eingebrochen wurde. Alle Zimmer durchwühlt, mein gesamter Schmuck (viele Unikate, die mein Mann im Laufe von 25 Jahren hat anfertigen lassen) alles weg. Mein neues Rad aus dem verschlossenen Keller gestohlen, alle Schränke durchwühlt. Das war im Mai 2018 und wir haben von der Versicherung noch einen Cent gesehen. Als mein Mann gestern bei der Schadensstelle angerufen hat, meinte der Mitarbeiter, er könne gerade nicht auf unsere digitale Akte zugreifen, da jemand dort am Arbeiten sei. Er konnte uns über den aktuellen Stand keine Auskunft geben. So können die uns drei Jahre lang hinhalten, immer behaupten, jemand sei dort am Arbeiten, so dass der entsprechende Mitarbeiter gar keine Auskunft über den derzeitigen Stand geben kann. Auch wir sind enttäuscht und ärgerlich. Wir zahlen Jahrzehnte immer brav die Versicherungsbeiträge und jetzt sind wir ebenfalls Opfer und haben null Entschädigung erhalten. Übrigens: Ich habe mir vor vielen Jahren geschworen: Nie wieder Opfer! Das Schicksal meinte es anders und Opfer zu sein, fühlt sich immer schlimm an. Ich habe einige Zeit gebraucht, ehe ich mich im eigenen Haus wieder ansatzweise wohlfühlen konnte. Mein Mitgefühl hast Du jedenfalls, auch, wenn es nicht weiter hilft. Wir haben übrigens nach der Einbruchsnachricht beschlossen, wir lassen uns nicht auch noch den Urlaub vermiesen und sind dort geblieben und haben versucht, nicht andauernd daran zu denken, abends haben wir allerdings immer drüber gesprochen, was wohl alles weg sein könnte. Ich habe/hatte recht viel Schmuck, bis ich dass alles zusammen hatte und anhand von Familienfotos auch belegen konnte, hat vier Wochen gedauert. Zeit, die mir niemand wiedergeben kann. Herzliche Grüße Heike

    • Liebe Heike! Also das ist ja echt richtig heftig!! Ich hoffe sehr, dass ihr bald einen positiven Bescheid von der Versicherung bekommt. Da muss man immer dranbleiben und lästig sein, aber ist schon ziemlich frech von der Versicherung euch so abzuwimmeln. Drück dir jedenfalls ganz fest die Daumen. GlG Janine

  3. Oh, nein, wie schlimm!
    Mir geht’s da wie dir – ich möchte auch immer das Gute im Menschen sehen.
    Dieses Gefühl, wenn dir einfach jemand etwas stiehlt ist wirklich ungut… Uns wurden von unserer Hausbaustelle sämtliche Werkzeuge gestohlen – ein unglaublich bitterer Verlust und die Versicherung hat auch nicht gezahlt.
    Warum tut jemand so etwas?
    Aber, wie du sagst, es werden sicher wieder sonnigere Zeiten auf dich zukommen 🙂
    Ganz liebe Grüße
    Iris

    • Liebe Iris! Danke für deine so lieben Zeilen. Dass Werkzeug von Baustellen gestohlen werden, davon kann mein Mann (Bauingenieur) auch ein Lied singen. Aber gerade bei privaten Häuslbauern ist so ein Verlust natürlich besonders schlimm. Dennoch lassen wir uns davon nicht runterziehen, es ist so wie es ist und es kann jetzt nur noch besser werden. GlG Janine

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